Explosion in Regensburg: Zwei Tote aus Trümmern geborgen
Eine heftige Explosion erschüttert ein Wohnhaus in Regensburg - nun herrscht traurige Gewissheit: Einsatzkräfte haben unter den Trümmern zwei Leichen gefunden. Zuvor hatten sie noch Hoffnung, dass zwei zuvor vermisste Menschen verreist und nicht zu Hause waren. Doch bereits als die Einsatzkräfte den ersten Leichnam fanden, schwindet diese. Vier weitere Menschen wurden durch die Explosion zum Teil schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Ein Polizist erlitt zudem eine Rauchvergiftung. Für die Retter gestaltete sich die Situation zunächst dramatisch. Bis zum Morgen konnten sie nicht nach den Vermissten suchen, weil das Haus einzustürzen drohte. Das Technische Hilfswerk hatte zuerst eine meterhohe Konstruktion aus Holzlatten gebaut, um das Gebäude abzusichern. Mehr als 30 Stunden nach der Explosion am Mittwoch fanden Einsatzkräfte bei Aufräumarbeiten mit einem Bagger einen toten Mann unter den Trümmern. Wenig später sei eine zweite Leiche gefunden worden. Nach Angaben der Polizei soll es sich bei dem Mann um einen der beiden Vermissten handeln. Die Identifizierung der zweiten Person sei bislang noch nicht möglich gewesen. Die zweite Leiche lag unter einem großen Schuttteil. Diese konnte deshalb erst etwas später geborgen werden, sagte ein Polizeisprecher am Abend. Zuvor hatte es geheißen, es seien ein Bagger und eine Drehleiter dafür nötig. Die Bergung des toten Mannes zuvor sei hingegen deutlich leichter gewesen, hieß es von der Polizei. Zu diesem gelangten die Einsatzkräfte über das Treppenhaus. Durch die Wucht der Explosion waren Teile der Fassade hinaus gerissen worden. Dort, wo einst Menschen lebten, klafft nun ein dunkles schwarzes Loch über zwei Etagen. Anwohner hatten am frühen Mittwochmorgen den Notruf gewählt, nachdem sie einen lauten Knall gehört hatten. Die Detonation war so heftig, dass Glasscherben bis zu einem gegenüberliegenden Haus flogen. Neben dem Haus, in dem sich die Explosion ereignete, sind auch zwei weitere Häuser einsturzgefährdet. Die meisten Bewohner kamen bei Freunden und Verwandten unter. Die Stadt suchte aber auch über ihre Homepage nach weiteren Unterkunftsmöglichkeiten. Die Johanniter boten zudem Übernachtungsmöglichkeiten in einer ihrer Unterkünfte an. Nach der Bergung des zweiten Leichnams wurden die Maßnahmen am Einsatzort erst einmal eingestellt. Das Haus werde abgesperrt und von Polizisten bewacht, erklärte der Polizeisprecher. Am Freitag sollen dann die Ermittlungen fortgesetzt werden. Auch das Landeskriminalamt samt Spurensicherungs-Team soll dann zum Einsatzort kommen. Angesichts des lauten Knalls und der massiven Schäden sei aber klar, dass es sich um eine Explosion gehandelt haben müsse, sagte ein Polizeisprecher. Warum es dazu kam, war zunächst unklar. Zwischenzeitlich gab es seitens der Polizei bereits die Vermutung, dass es sich um eine Gasexplosion handeln könnte. Ob es um einen technischen Defekt geht, Fahrlässigkeit oder gar Absicht: All das ist noch offen. Um die genauen Hintergründe zu klären, bittet die Polizei die Bevölkerung um ihre Mithilfe. Anwohner und Passanten, die Bilder und Videos von dem Brand und der Explosion gemacht haben, sollen diese an die Ermittler weiterleiten. Die Polizei hat dafür ein Hinweisportal im Internet eingerichtet. Zur Schadenshöhe machten die Behörden zunächst keine Angaben. Der direkt betroffene Gebäudeteil müsse «auf jeden Fall komplett abgerissen werden», sagte ein Polizeisprecher. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenRettungskräfte kommen nicht zu den Verschütteten
Komplizierte Bergung
Explosion reißt metergroßes Loch in Fassade
Polizei sucht nach Fotos und Videos von der Explosion