Der kleine Junge, der in Oberbayern von einem mannsgroßen herabstürzenden Eiszapfen getroffen wurde, ist auf dem Weg der Besserung. «Sein Zustand bei Einlieferung war kritisch, inzwischen ist er aber außer Lebensgefahr», sagte Jens Eckhoff, Oberarzt der Kindertraumatologie in der Unfallklinik Murnau, der Deutschen Presse-Agentur.
In der Klinik sei seine Familie bei ihm, sein liebstes Stofftier - und nun auch der Klinikteddybär «Murli», hieß es. Den bekommen seit einiger Zeit alle Kinder, die in Murnau nach einem Unfall behandelt werden. Dutzende «Murlis» wurden laut Kliniksprecherin in den vergangenen Monaten an kleine Patienten verteilt - und auch Erwachsene habe der kleine Bär schon getröstet.
Laut Klinik wird der Sechsjährige trotz seiner schweren Verletzungen voraussichtlich keine bleibenden Schäden davontragen. Er könne möglicherweise sogar schon Anfang nächster Woche entlassen werden, sagte eine Kliniksprecherin.
Großes Glück nach schneller Erstversorgung
«Der Junge hatte großes Glück», sagte Eckhoff. Geholfen habe auch die schnelle Erstversorgung durch die Kolleginnen und Kollegen an der Unfallstelle und die unmittelbare Verlegung ans Unfallklinikum Murnau mit dem Traumazentrum.
Gefährliche Naturidylle
Das Unglück ereignete sich am Sonntag am Arzmooser Wasserfall bei Flintsbach am Inn, wie die laut Grenzpolizeiinspektion Raubling berichtete. Die Familie aus dem Raum Rosenheim machte einen Ausflug dorthin. Bei Minusgraden ist der Wasserfall zu einem spektakulären Eisgebilde gefroren.
Als sich das Kind in der Nähe des Eisvorhangs befand, brach ein riesiger Eiszapfen ab - wahrscheinlich aufgrund seines Eigengewichts. Er habe das Kind unmittelbar getroffen und zunächst unter sich begraben, hieß es. Die Eltern konnten den Sechsjährigen befreien und erstversorgen.
Großeinsatz der Retter
An der folgenden Rettung waren rund 20 Bergwachtmitglieder, vier Notärzte sowie zwei Polizeibergführer beteiligt, ehe der Junge mit dem Rettungshubschrauber nach Murnau geflogen wurde. Der Bub hatte durch den Aufprall laut Klinik des Eiszapfens Knochenbrüche, innere Verletzungen sowie ein Schädel-Hirn-Trauma davongetragen.
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