All die Strapazen, das harte Training, der jahrelange Kampf um den Anschluss an die Weltspitze waren vergessen, als Florian Bremm nach Silber bei den Leichtathletik-Europameisterschaften um Worte rang. «Auf so etwas ist man ja nicht vorbereitet», sagte Bremm (Franconia Athletics) von den Emotionen überwältigt nach seinem zweiten Platz über 5.000 Meter und dem mit Abstand größten Erfolg seiner Karriere. «Es ist so eine Tagträumerei.»
Im Schatten von Abdilaahi und Co. in die erweiterte Weltklasse
Von einer «Überraschung», gar «Sensation» war die Rede, nachdem Bremm im britischen Birmingham nach einem taktisch cleveren Rennen und einem spannenden Schlussspurt zu Platz zwei gestürmt war. Im Schatten unter anderem des deutschen 5.000-Meter- und 10.000-Meter-Rekordhalters Mohamed Abdilaahi, der aber wegen Fußproblemen auf die EM verzichten muss, lief Bremm, der aus Colmberg bei Ansbach kommt, hierzulande für viele unter dem Radar. Zumindest bis zu seinem Silber-Coup.
«Also so was juckt mich ja wirklich gar nicht. Also es ist eigentlich schön, der Underdog zu sein. Und das ist schon immer eine Rolle, in der ich gerne war und bin», sagte Bremm. Am ersten Finalabend im spärlich gefüllten Alexander Stadium musste er sich auf den letzten Metern nur dem norwegischen Laufstar Jakob Ingebrigtsen geschlagen geben - und lief damit erstmals so richtig ins Rampenlicht.