Julian Nagelsmann hatte nach dem Null-Tore-Ärgernis gegen die Ukraine so viel Gesprächsbedarf, dass sogar der Bundeskanzler kaum zu Wort kam. «Er hat gewusst, dass ich schon so viel zur Mannschaft gelabert habe und hat gesagt, er hält sich etwas kürzer, dass es nicht zu lange dauert», berichtete Nagelsmann gewohnt locker und flockig über den Besuch von Stadion-Gast Olaf Scholz in der Kabine der Fußball-Nationalmannschaft.
Mit der Bewertung des vorletzten Testspiels und dem unverändert optimistischen Ausblick auf die Heim-Europameisterschaft waren sich Bundestrainer und Regierungschef einig. «Er hat gesagt, dass er auch das Gefühl hatte, dass Tore fallen können und wir gewinnen wollten. Und er hat uns viel Glück gewünscht», erzählte Nagelsmann. Glück allein, das wusste der Bundestrainer wiederum, wird nicht reichen. Und soll es auch nicht.
Tore schießen könne man schon trainieren, legte Nagelsmann als wichtige Zielvorgabe im schnell dahinfliegenden EM-Countdown fest. Mit den Königsklassen-Siegern Toni Kroos und Antonio Rüdiger als wichtigen Impulsgebern sowie den Dortmundern Nico Schlotterbeck und Niclas Füllkrug ist der Kader komplett. Der EM-Feinschliff wird im Eiltempo angegangen.