Julian Nagelsmann will den deutsch-italienischen Fußball-Mythos unbedingt mit seiner eigenen Geschichte bereichern und geht dafür notgedrungen Kompromisse ein. Mit dem Comeback des für 16 Monate aussortierten Leon Goretzka und gleich sieben weiteren Rückkehrern von Nadiem Amiri bis Karim Adeyemi reagiert der Bundestrainer auf die zahlreichen Ausfälle vor dem Viertelfinal-Kracher gegen die Squadra Azzurra. Dieser ist für Nagelsmann schon ein wichtiger Wegweiser Richtung WM 2026.
Mehrfach kratzte sich Nagelsmann bei einer virtuellen Medienrunde zur Kaderpräsentation am Fünf-Tage-Bart am Kinn, als würde ihm das eigene Personaltableau noch zu denken geben. «Obwohl wir einige Ausfälle verkraften müssen, haben wir generell einen sehr guten Kader beisammen. Wir haben uns aus Überzeugung für diese Spieler entschieden und versucht, Qualität, die wegbricht, durch Qualität zu ersetzen», sagte er bei der Nominierung seines 23 Spieler umfassenden Nationalmannschafts-Aufgebots.
«Es sind zwei Spiele, die wir absolut positiv gestalten müssen und auch wollen», versicherte der 37-Jährige mit Blick auf die K.o.-Duelle der vierfachen Weltmeister am 20. März (20.45 Uhr/ARD) in Mailand und drei Tage später (20.45 Uhr/RTL) in Dortmund, bei denen es primär um den Einzug in die Finalrunde des UEFA-Wettbewerbs Anfang Juni geht. Der Gewinner ist dann auch Gastgeber des Miniturniers.