Der Name seines ewigen und übermächtigen Rivalen rutschte Marc-André ter Stegen bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als deutsche Nummer eins nur zweimal in einem Nebensatz heraus. Ansonsten sprach der Torwart bei allem Respekt von «ihm» und «jemandem». Manuel Neuer, so die möglicherweise unbewusste Message, ist bei der Fußball-Nationalmannschaft nicht mehr das aktuelle Thema.
Jetzt beginnt die Zeit für ter Stegen - endlich aus seiner Sicht. «Ich bin natürlich froh, dass die Zeit des Wartens oder wie man es beschreiben möchte, vorbei ist», sagte der 32-Jährige im Teamquartier in Herzogenaurach. Ter Stegen saß nach dem Training in Frankens Sonne auf dem Pressepodium, sprach gut 25 Minuten. Und spätestens dabei wurde allen Zuhörern klar, die Zeit unter dem Fußball-Radar ist für ihn vorbei.
Da präsentierte sich einer, der sich beim FC Barcelona längst auf höchster Bühne bewiesen hat. Und der eben nur das Pech hatte, in Neuer einen Übertorwart vor sich zu haben. «Ich hatte es mit jemandem zu tun, der es in einer ganz tollen Karriere im Club und in der Nationalmannschaft immer wieder geschafft hat, sich davor zu drängen und immer gute Leistungen gezeigt hat», sagte ter Stegen. Frustration? Na klar. «Da muss man sich nichts vormachen», gestand er.