Zum Start seiner kniffligen Hachinger Rettungsmission erinnerte der frühere Nationalstürmer Heiko Herrlich an bittere BVB-Tage. «Ich habe das selbst als Spieler mal hautnah miterlebt mit Borussia Dortmund. Zwei Jahre, drei Jahre nach dem Champions-League-Sieg sind wir fast abgestiegen und Udo Lattek hat uns gerettet», sagte der neue Trainer der SpVgg Unterhaching. «Da waren gestandene Nationalspieler, die Champions-League-Sieger und Europameister geworden sind. Ob Reuter, Möller, Kohler oder Herrlich. Da ging nichts mehr.»
«Verborgene Schätze heben»
Die Hachinger haben sechs Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Herrlich setzt vor allem darauf, verstecke Potenziale zu entfalten. Es gehe darum, «verborgene Schätze wieder zu heben», sagte der 53-Jährige. Herrlich hatte sich zu Beginn seiner Trainerkarriere mit Nachwuchsmannschaften einen Namen gemacht. Über Bochum, Unterhaching, die U17 des FC Bayern, Jahn Regensburg und Bayer Leverkusen war er schließlich im März 2020 Coach in Augsburg geworden. Es war seine bislang letzte Station, der einige Jahre Pause folgten.
«Es gab auch Gründe, warum ich mich einfach auch mal ein bisschen zurückgezogen und Dinge aufgearbeitet habe», sagte Herrlich. Er habe sich in dieser Zeit aber auch «viele, viele Spiele» angeschaut. Der 53-Jährige hob hervor, dass sich der Fußball «wahnsinnig weiterentwickelt habe». Vor Jahren sei er einer der wenigen gewesen, die am Laptop wie ein Analyst gearbeitet hätten. Jetzt sei das in der jungen Trainer-Generation Standard.