Juni 2024: Einsam sitzt Leon Goretzka auf einem Klappstuhl auf einer Holzterasse und blickt aufs Wasser. Die Kapitänsmütze wirkt deplatziert, verkehrt herum auf seinem Kopf. Im Hintergrund geht ein Regenschauer nieder.
März 2025: Als großer Sieger baut sich Leon Goretzka vor dem deutschen Fan-Block in San Siro auf. Die Arme triumphierend nach oben gereckt. Die Hände zu Fäusten geballt. Der Blick energisch und entschlossen.
285 Tage liegen zwischen dem melancholisch wirkenden Social-Media-Foto eines sportlich Degradierten, von der Heim-EM 2024 Ausgeschlossenen. Und dem Torjubel-Bild des großen deutschen Comeback-Stars von Mailand. Mit seinem Energie-Auftritt im Viertelfinal-Hinspiel der Nations League in Italien, inklusive Siegtor zum 2:1, hat der Münchner eine in der Form wohl einmalige Rückkehr ins Trikot der Fußball-Nationalmannschaft förmlich zelebriert.
«Man traut sich hin und wieder mal, vor dem Spiel so ein Szenario auszumalen. Das habe ich tatsächlich diesmal auch gemacht», erzählte der Mittelfeldspieler des FC Bayern in der ARD: «Das ist, das muss ich zugeben, eine ganz runde Geschichte», fügte Goretzka nach seinem 58. Länderspiel an. Mit nun 15 Toren ist er nebenbei auch noch der deutsche Top-Torschütze im aktuellen Kader.