Julian Nagelsmann wagt etwas im Fußball-Klassiker. Der Bundestrainer probt im stets hitzigen Kräftemessen mit dem Erzrivalen Niederlande das Mittelfeldduo der Zukunft. Mit den Startelfdebütanten Aleksandar Pavlovic (20) und Angelo Stiller (23), die zusammen auf fünf Länderspiele kommen, will der Bundestrainer an einem emotionalen Montagabend (20.45 Uhr/ZDF) in München mit der Verabschiedung von vier DFB-Größen den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale der Nations League perfekt machen. Dafür ist ein weiterer Sieg nach der gelungenen Reifeprüfung beim 2:1 in Bosnien-Herzegowina nötig.
Abwehrchef Rüdiger ist «Fan von Stiller»
Abwehrchef Antonio Rüdiger unterstützt das Experiment. «Die beiden Jungen haben eine große Zukunft vor sich», sagte der Vize-Kapitän. Pavlovic kenne ich schon. Und ich muss schon sagen, ich bin Fan von Angelo Stiller, ich habe mit Real Madrid gegen ihn gespielt»
Nagelsmann erwartet ein «sehr interessantes Spiel mit einem guten Gegner. Mit dem Einzug ins Viertelfinale der Nations League im März könnte ein Etappenziel erreicht werden. Das wahre Ziel für 2025 ist aber das Finalturnier im Juni. Die Art und Weise nach etlichen verletzungsbedingten Absagen könnte Nagelsmann aber als weiteren Entwicklungsschritt verbuchen.
Wie im Sommer gegen Schottland
Der Deutsche Fußball-Bund verwies am Sonntag noch einmal auf die «Flashbacks» zur Heim-EM im Sommer. Da war der Ablauf ähnlich: Die Mannschaft trainierte in Herzogenaurach und machte sich mit dem Bus auf den Weg in den Spielort München. Am Tag darauf folgte in der Allianz Arena das berauschende 5:1 im Eröffnungsspiel gegen Schottland.
Bei der Rückkehr dürfen auch die Fans bei der Verabschiedung der Ex-Weltmeister Manuel Neuer und Thomas Müller sowie von Ex-Kapitän Ilkay Gündogan in der Vergangenheit schwelgen. Toni Kroos wird auch geehrt, hat seine persönliche Teilnahme aber laut DFB wegen «des Trainings in seiner Nachwuchsakademie» in Madrid abgesagt. «Das Gesamtpaket wird sicherlich sehr spannend und auch emotional», sagte Nagelsmann. Für den Bundestrainer ist aber entscheidend, was nach der Ehrung im Stadion passiert.
Im Tor wird erstmals der Hoffenheimer Oliver Baumann stehen. Im reifen Fußballer-Alter von 34 Jahren ist er der drittälteste DFB-Debütant überhaupt. Beim Sieg in Bosnien durften Alexander Nübel (VfB Stuttgart), der Gladbacher Tim Kleindienst und der eingewechselte Jonathan Burkardt vom FSV Mainz 05 erstmals im DFB-Trikot ran. «Das Debüt gemacht, gewonnen, besser hätte der Abend nicht verlaufen können», sagte Kleindienst. Der 29-Jährige soll auch gegen die Holländer wieder als Mittelstürmer beginnen.