Auf der 120 Kilometer langen Autofahrt durch das Winter-Wunderland der Alpen hatten Pius Paschke und Co. massig Zeit zum Nachdenken. Nach dem stimmungsvollen Auftakt bei der Vierschanzentournee herrschte bei Deutschlands Skispringern vor allem ein Gefühl vor: Erleichterung. Erleichterung, dass die überlegenen Österreicher um Tagessieger Stefan Kraft nicht schon in Oberstdorf alle Hoffnungen auf den ersten deutschen Gesamtsieg seit 23 Jahren komplett erstickt haben.
«Das wäre noch viel schlimmer»
«Wir sind froh, dass wir überhaupt einen haben. Es gibt ein paar andere Nationen, die haben überhaupt keinen. Das wäre noch viel schlimmer», sagte Bundestrainer Stefan Horngacher mit Blick auf den Tagesvierten Paschke. Dass er in Karl Geiger und Andreas Wellinger zwei seiner drei Topspringer schon auf der ersten Station als Gesamtsieg-Anwärter verlor, schien der Chefcoach gelassen hinzunehmen.
«Man kann die Tournee hier nicht gewinnen, man kann sie nur verlieren. Wir haben sie noch nicht verloren», sagte Horngacher. Es klang angesichts der Dominanz der Österreicher eher wie eine Durchhalteparole. Paschke liegt bereits 13,8 Zähler hinter Kraft, das sind knapp acht Meter. «Gut zu wissen», stellte er nüchtern fest.