Der neue Papst Leo XIV. bringt nach Einschätzung seiner deutschen Mitbrüder aus dem Augustinerorden viel Erfahrung dazu mit, was die Kirche weltweit bewegt. Schließlich habe er einen auf der ganzen Welt aktiven Orden geleitet. «Er weiß, dass man nicht alle Kontinente über einen Kamm scheren kann», sagte der Provinzial der Bayerisch-Deutschen Provinz, Pater Lukas Schmidkunz, der Deutschen Presse-Agentur. Der neue Papst wisse, was in der jeweiligen Region «wichtig und notwendig ist».
Robert Francis Prevost war von 2001 bis 2013 Generalprior und damit der weltweite Chef der Augustiner. In dieser Zeit lernte auch Pater Lukas Schmidkunz ihn kennen, denn Besuche der Standorte weltweit gehörten zu den Aufgaben des Generalpriors. Dabei habe er Prevost als zugewandten Menschen erlebt: «Wir hatten nicht das Gefühl: Da kommt jemand und schaut uns auf die Finger. Er war interessiert an dem, was wir tun und wie es uns geht.» Die Kontakte seien durch und durch «brüderlich» gewesen.
Der Provinzial der deutschen Augustinermönche erinnert sich, dass Prevost unter den Mitbrüdern schlichtweg «Bob» genannt worden sei. «Wir sind ein brüderlicher Orden und reden uns mit dem Vornamen an, der geläufig ist. Aus Robert wurde eben Bob», erzählte der Pater. «Man konnte gut mit ihm sein.» In Würzburg, dem Sitz des Provinzials, war Prevost 2007 und 2012 zu Gast.