Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus, der Mitgliederschwund schreitet rapide voran. Bis ins Jahr 2035 dürfte die Zahl ihrer Mitglieder um etwa 40 Prozent auf 1,2 bis 1,5 Millionen sinken, prognostiziert die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Bayern (ELKB). Die Kirche stoße insofern an finanzielle und personelle Grenzen, sagte Landesbischof Christian Kopp bei der Landessynode in Amberg. Es stünden tiefgreifende Veränderungen bevor.
«So viele Menschen haben über Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg kirchliche Arbeit in Bayern hervorragend mit ihren Kirchensteuern ermöglicht. Da sind wir jetzt in einer Zeitenwende. Und die Geschwindigkeit der Veränderung ist atemberaubend», konstatierte Kopp. Zugleich war ihm wichtig, dass nicht Traurigkeit vorherrsche, sondern auch Hoffnung bestehe. Protestanten zeichneten sich durch Pragmatismus aus. «Es wird immer eine evangelische Kirche in Bayern geben.»
Ein Mitgliederrückgang um 40 Prozent würde zugleich einen Rückgang der Finanzen wie auch der Hauptamtlichen um 40 Prozent bedeuten. «Angesichts dieser Zahlen kann einem schwindelig werden», sagte Kopp. «Wir sind an einem Punkt, an dem wir immer klarer erkennen: Wenn wir so weitermachen, werden wir denen, die nach uns kommen, große Probleme hinterlassen.»