Die Lieder sind verhallt, der Weihrauch hat sich verflüchtigt, prominente Gäste wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sind längst abgereist. Was bleibt vom 104. Katholikentag in Würzburg nach fünf Tagen mit 74.000 Gästen?
Wird die katholische Stimme noch gehört?
Wenn der Papst in Rom seine Stimme erhebt und die US-Kriegspolitik verurteilt, wird das weltweit wahrgenommen. Aber wie sieht es aus, wenn hiesige Kirchenvertreter Sozialabbau brandmarken und den Umgang mit Geflüchteten kritisieren? Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) und andere Unionspolitiker haben ihren Standpunkt rund um den Katholikentag deutlich gemacht: weniger Tagespolitik, mehr Spirituelles.
Womöglich ist aber gerade der aktuelle Konflikt zwischen Papst Leo XIV. und US-Präsident Donald Trump ein Beispiel dafür, wie Kirche ihre Stimme erheben kann, ohne ins Kleinklein der Tagespolitik zu verfallen. Der Papst gehe immer wieder auf die Grundposition, also aufs Evangelium, zurück, sagte die Theologin Marianne Heimbach-Steins.