Ungeachtet der immer wieder aufflackernden Debatte zum Wiedereinstieg in die Kernenergie geht der Rückbau der bayerischen Atomkraftwerke sehr zügig voran. Nach Angaben des Umweltministeriums wurden bei dem im Frühjahr 2023 abgeschalteten Meiler Isar 2 bei Landshut die Hauptkühlmittelpumpen samt Zubehör demontiert. Diese werden benötigt, um im Leistungsbetrieb ein Überhitzen der Anlage zu verhindern. Den Angaben zufolge soll der atomrechtliche Rückbau von Isar 2 bis 2037 dauern - genauso lang wie beim benachbarten Meiler Isar 1, der 2011 vom Netz ging.
Kreisläufe von Isar 2 wurden bereits chemisch gereinigt
Darüber hinaus teilte das Ministerium explizit mit, dass auch bei Isar 2 die Kreisläufe bereits im vergangenen Jahr dekontaminiert wurde. Das bedeutet, radioaktive Ablagerungen in den Leitungen wurden sozusagen chemisch gespült. Einige Experten sehen dies als Schlussstrich für den Betrieb, eine Wiederinbetriebnahme sei in der Folge nicht möglich, da die Leitungen durch die Reinigung beschädigt worden sein könnten. Hinzu kommt, dass in Isar 2 nur noch 220 der einst rund 450 Mitarbeiter beschäftigt seien - auch dies verhindere eine Wiederinbetriebnahme.
SPD: Atomkraft in Bayern wird still und heimlich beerdigt
Auch der energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Florian von Brunn, sieht das Ende der Kernenergie in Bayern damit besiegelt: «Die Söder-Regierung beerdigt derzeit den ohnehin schon toten Gaul Atomkraft. Das passiert allerdings still und heimlich. Man will nämlich nicht zugeben, dass man den Menschen im Wahlkampf ein X für ein U vorgemacht hat.»