Bayerns Polizei hat sich für den immer wichtigeren Kampf gegen Drohnen mit einem eigenen Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum (DKAZ) neu aufgestellt. Doch was genau steckt hinter der neuen Organisationseinheit mit Sitz in Erding? «Neue Herausforderungen erfordern neue Maßnahmen», fasst es Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Eröffnung des Zentrums zusammen und betont, dass sich Bayern auch von Drohnen nicht einschüchtern lasse. Doch braucht es das überhaupt noch, denn zumindest öffentlich bekanntgeworden sind Drohnensichtungen in den vergangenen Wochen und Monaten in Bayern nicht.
Wie will die Polizei das praktisch erreichen?
Im DKAZ arbeiten seit dem 1. April mehr als 40 Einsatzkräfte, hier werden alle technischen Fähigkeiten und personellen Ressourcen der bayerischen Polizei zum Umgang mit Drohnen gebündelt. Laut Söder sollen es am Ende 100 Polizisten sein. Diese sind in einem engen Austausch mit anderen Bundesländern und natürlich auch mit dem Drohnenabwehrzentrum der Bundespolizei in Berlin. In anderen Bundesländern gibt es ähnliche Zentren zur Drohnenabwehr bisher nicht.
Im Alltag werden alle Daten, etwa der Deutschen Flugsicherung, analysiert, um nicht von einer Drohne überrascht zu werden. Denn je nachdem wo die Geräte auftauchen, braucht es zur Abwehr einen gewissen Vorlauf, bis die Einsatzkräfte samt Ausrüstung vor Ort sein können. Bei der Gefährdungseinschätzung geht es dann unter anderem um die Frage, ob eine konkrete Gefahr für Leib oder Leben einer Person besteht.
Bei Großveranstaltungen wie dem Münchner Oktoberfest, wird das DKAZ von Anfang an in die Planung integriert. Die Luftraumüberwachung erhält somit eine neue Bedeutung in jedem Sicherheitskonzept in Bayern. Bei bundesweiten Einsätzen übernimmt das DKAZ zudem die Koordination des Einsatzes für die bayerischen Einheiten, die möglicherweise zur Unterstützung eingefordert werden. «Bayern kann damit auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands leisten», betonte Söder.