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Kommunalwahl in Bayern - Parteien blicken auf Stichwahlen

Er ist Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter auf den Fersen: Dominik Krause von den Grünen. / Foto: Peter Kneffel/dpa
Er ist Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter auf den Fersen: Dominik Krause von den Grünen. / Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Abstimmungen haben vielerorts noch keine Entscheidung gebracht - jedenfalls bei OB- und Landrats-Posten. Die Blicke richten sich nun auf den 22. März. Vorher aber kommt das landesweite Ergebnis.

Nach den Kommunalwahlen in Bayern analysieren die Parteien die ersten Ergebnisse - und richten den Blick schon auf den übernächsten Sonntag. Denn: Viele Oberbürgermeister- und Landratswahlen im Freistaat werden erst bei den Stichwahlen am 22. März entschieden. Allen voran die OB-Wahl in München, wo Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) im ersten Wahlgang nach jüngsten Negativschlagzeilen deutliche Verluste hinnehmen musste. Auch die Wahlen in Nürnberg und Augsburg brachten noch keine Entscheidung. Viele Landrätinnen und Landräte werden ebenfalls erst am 22. März feststehen.

Der CSU-Vorstand kommt am Vormittag unter Leitung von Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München zusammen. Andere Parteien haben zu Pressekonferenzen geladen, etwa die Grünen und die Freien Wähler.

Die Stadtrats-, Gemeinderats- und Kreistagswahlen müssen bis spätestens Mittwoch ausgezählt sein - dann soll auch ein landesweites Ergebnis feststehen. Mit Spannung wird etwa erwartet, ob und wie stark die AfD zulegt.

Reiter muss zittern

In München muss Amtsinhaber Dieter Reiter wie schon 2014 und 2020 in die Stichwahl. Aber: Nach den Negativschlagzeilen der vergangenen Tage musste der SPD-Mann heuer deutliche Verluste hinnehmen. Vor sechs Jahren hatte er im ersten Wahlgang noch 47,9 Prozent geholt. Nun erreichte er nur noch 35,6 Prozent. Ihm auf den Fersen: Dominik Krause von den Grünen mit 29,5 Prozent. 

Reiter war zuletzt vor allem wegen nicht vom Stadtrat genehmigter Zahlungen für ein Ehrenamt beim FC Bayern massiv in die Kritik geraten. Und dann sagte der OB in einer Stadtrats-Sitzung noch das N-Wort - ganz nebenbei beim Blättern in Unterlagen. Mit dem Begriff «N-Wort» wird heute eine früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Nach beiden Vorfällen bat Reiter um Entschuldigung. 

Oberbürgermeister-Stichwahlen auch in anderen großen Städten

In Bayerns zweitgrößter Stadt Nürnberg kommt es zur Stichwahl zwischen Amtsinhaber Marcus König von der CSU und dem SPD-Herausforderer Nasser Ahmed. In Bayerns drittgrößter Stadt Augsburg muss Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) in die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Florian Freund.

Bei der OB-Wahl in Bamberg verpasste die ehemalige bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) die Stichwahl. Dort konkurrieren nun der bisherige zweite Bürgermeister Jonas Glüsenkamp (Grüne) und als Zweitplatzierter vom Sonntag der SPD-Kandidat Sebastian Niedermaier. In Kulmbach wurde Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) abgewählt.

Anderswo müssen Amtsinhaber zittern: In Erlangen und Aschaffenburg holten die CSU-Kandidaten im ersten Anlauf mehr Stimmen als die SPD-Amtsinhaber. In Schweinfurt, bisher CSU-regiert, lag dagegen der SPD-Kandidat vorn.

Auch viele Landrats-Stichwahlen

Auch viele Landratswahlen werden erst am 22. März entschieden. Im Landkreis Fürstenfeldbruck etwa fordert die grüne Kandidatin Ronja von Wurmb-Seibel den langjährigen CSU-Landrat und Landkreistagspräsidenten Thomas Karmasin in der Stichwahl heraus: Der 63-jährige Karmasin, der seit 30 Jahren im Amt ist, verfehlte nach dem vorläufigen Endergebnis mit 45 Prozent der Stimmen am Sonntag die Mehrheit. 2020 hatte er die Wahl im ersten Durchlauf gewonnen. 

Im Landkreis Landsberg am Lech gehen der Amtsinhaber Thomas Eichinger (CSU) und seine Herausforderin Daniela Groß (Grüne) in die Stichwahl.

Warten auf das landesweite Ergebnis

Das landesweite Ergebnis wird indes voraussichtlich an diesem Mittwoch feststehen. Dafür müssen die Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten und die Kreistagswahlen in den Landkreisen zusammengezählt werden. Die AfD dürfte ihr landesweites Ergebnis steigern - schon deshalb, weil sie diesmal in allen kreisfreien Städten und in allen Landkreisen mit eigenen Listen antrat. Bei den Landrats- und Oberbürgermeisterwahlen gab es am Sonntag aber nirgendwo einen AfD-Sieg. Und es war am zunächst auch nicht absehbar, dass es AfD-Kandidatinnen oder -Kandidaten in Stichwahlen geschafft hätten. 

Bei den Kommunalwahlen vor sechs Jahren war die CSU um gut fünf Prozentpunkte abgesackt und hatte landesweit nur noch 34,5 Prozent geholt. Für die SPD war es um rund sieben Prozentpunkte auf historisch schlechte 13,7 Prozent nach unten gegangen. Die Grünen hatten mit 17,5 Prozent ihr bisher bestes Kommunalwahlergebnis erreicht. Die Freien Wähler kamen 2020 auf 11,9 Prozent, die AfD holte 4,7 Prozent. Gemeinsame Wahlvorschläge mit anderen Parteien oder Gruppen sind bei diesen Zahlen jeweils eingerechnet.

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