Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist Wochen nach seiner überraschenden Wahlniederlage zurück in den sozialen Medien. Am Montag war das Instagram-Profil des 67-Jährigen mit rund 63.000 Followern wieder online. Allerdings gab es dort zunächst keine Beiträge mehr zu sehen, sondern lediglich sein Profilbild und den Hinweis auf frühere Events wie einen längst vergangenen Wahlkampftermin am 13. März.
Reiter hatte direkt am Abend der deutlichen Wahlniederlage gegen seinen Herausforderer Dominik Krause (Grüne) am 22. März das Ende seiner politischen Karriere angekündigt. Am Morgen danach waren seine Profile auf Instagram und Facebook sowie sein Whatsapp-Kanal verschwunden und Reiter hatte sich krankgemeldet. Einige Tage später teilte er über die Stadt mit, dass er eine «ernsthaftere Erkrankung am Herz-Kreislauf-System» habe.
Krause führt darum bereits jetzt, noch vor seinem offiziellen Antritt im Mai, die Amtsgeschäfte des Münchner Oberbürgermeisters.
Reiter nannte Abschiedspläne
Sang- und klanglos wollte Reiter nicht verschwinden. «Selbstverständlich werde ich mich von den Münchnerinnen und Münchnern noch in geeigneter Form verabschieden und die Amtsgeschäfte persönlich an meinen Nachfolger übergeben», hatte er bei der Bekanntmachung seiner Erkrankung ebenfalls mitgeteilt. Ob die Wiederbelebung seines Instagram-Profils nun der erste Schritt in die Richtung ist, war zunächst unklar. Das Presseamt der Stadt München antworte zunächst nicht auf eine entsprechende Nachfrage.
Niederlage nach FC-Bayern-Affäre
Der 67-jährige Reiter hatte in der Stichwahl überraschend deutlich gegen den 35 Jahre alten Krause verloren. Er bekam nur 43,6 Prozent der Stimmen, Krause 56,4 Prozent. Damit muss Reiter, der eine dritte Amtszeit angestrebt hatte, den Chefsessel im Münchner Rathaus nach zwölf Jahren räumen.
Reiter war vor der Wahl unter anderem wegen seiner Tätigkeit für den FC Bayern und seinem Umgang damit massiv in die Kritik geraten. Die Regierung von Oberbayern prüft, ob ein Disziplinarverfahren gegen Reiter eingeleitet wird, weil er seine Ämter für den Fußballverein, von denen er inzwischen zurückgetreten ist, nicht vom Stadtrat genehmigen ließ. Bis Mitte April werde eine Stellungnahme Reiters erwartet, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung kürzlich.
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