«Ein Bett, einen Stuhl und einen Schrank», lautet die Antwort von Oberstleutnant Ralf Georgi auf die Frage, was seine Soldaten bräuchten, wenn sie schon bald vom bayerischen Oberviechtach in einem für die Bundeswehr historischen Schritt dauerhaft nach Litauen verlegt werden. Bei ganz so viel Askese will er es dann aber doch nicht belassen. Regelmäßige Familienbesuche seien auch eine wichtige Frage, schiebt der Kommandeur des Panzergrenadier-Bataillons 122 der Bundeswehr schnell hinterher.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), am Mittwoch auf Truppenbesuch in der Oberpfalz, bezeichnete das Vorhaben als richtungsweisend. Erstmals stelle die Bundeswehr dauerhaft eine Einheit im Ausland auf, um in einer neuen sicherheitspolitischen Gemengelage in Litauen die Ostflanke der NATO zu sichern - eine Aufgabe, die den Oberviechtacher Panzergrenadieren, etwa 20 Kilometer von der Grenze zu Tschechien entfernt stationiert, bis zum Ende des Kalten Krieges auch schon oblag. Die Bundeswehr übernehme in Litauen eine ähnliche Aufgabe, die die US-amerikanischen Streitkräfte im Kalten Krieg in Deutschland übernommen hätten. Stemmen soll sie eine komplette Brigade von fast 5000 Soldatinnen und Soldaten - mit den Panzergrenadieren aus Oberviechtach und einem Panzerbataillon aus dem nordrhein-westfälischen Augustdorf als Kern.