Entgegen anderslautender Einschätzungen aus der Staatsregierung kann das Atomkraftwerk Isar 2 bei Landshut aus Sicht des Betreibers nicht mehr in Betrieb genommen werden. «Wir konzentrieren uns voll und ganz auf den zügigen Rückbau der beiden Kraftwerksblöcke 1 und 2 am Standort. Vor diesem Hintergrund ist eine Wiederinbetriebnahme von KKI 2 für Preussen Elektra kein Thema», teilte eine Sprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit. Die Abkürzung KKI 2 steht für Kernkraftwerk Isar 2.
Kühlmittelpumpen und Dampfleitungen zur Turbine sind bereits demontiert
«In Isar 2 haben wir bereits eine Reihe von Systemen dauerhaft außer Betrieb genommen und still gesetzt, das heißt von der Anlage getrennt», sagte die Sprecherin. Beispielweise seien bereits alle vier Hauptkühlmittelpumpen, die im Leistungsbetrieb das Wasser durch den primären Kühlkreislauf gepumpt haben, und Frischdampfleitungen zur Turbine demontiert worden. Der Rückbau soll bis 2040 abgeschlossen sein.
Im Gegensatz zur klaren Absage des Betreibers geistert die Renaissance der Kernkraft in Isar 2 derzeit wieder durch die Politik und könnte auch im anstehenden Bundestagswahlkampf eine relevante Rolle einnehmen. Neben der Union sprechen sich etwa FDP und AfD für eine Rückkehr zur Kernenergie aus.
Jüngst förderte auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Debatte zutage, als er im Anschluss an die Haushaltsklausur des Kabinetts einmal mehr - aber durchaus überraschend - «dringend einen Stopp des Rückbaus bei Isar 2» einforderte: «Noch ist es reversibel. Noch. Es ist nicht irreversibel. Ist mit Aufwand verbunden, keine Frage.»