Ein neues Heft im Zeitschriftenregal weckt Erinnerungen an die große Zeit der Erotik-Magazine. Doch hinter dem „BestFans Insider" steht eine andere Logik – und ein grundlegend verändertes Verhältnis zwischen Medium und Abgebildeten.
Es gab eine Zeit, in der Erotik-Magazine zur festen Möblierung der westlichen Medienlandschaft gehörten. Der Playboy, 1953 von Hugh Hefner gegründet, war dabei stets mehr als ein Männermagazin: Er verstand sich als Lifestyle-Produkt, druckte Interviews mit Schriftstellern, Politikern und Intellektuellen und prägte über Jahrzehnte, wie Erotik im Mainstream verhandelt wurde. Mit dem Internet begann der lange Abstieg des Genres. Die Auflagen brachen ein, viele Titel verschwanden vom Markt, und das US-Mutterheft des Playboy stellte seine regelmäßige Printausgabe schließlich ein.
Umso bemerkenswerter ist, was seit dem 11. Juni in deutschen Zeitschriftenregalen liegt: Mit dem „BestFans Insider" hat die gleichnamige Creator-Plattform ein neues Erotik-Magazin gestartet – als gedrucktes Quartalsheft, mitten in einer Zeit, in der die Medienbranche fast geschlossen in die entgegengesetzte Richtung marschiert.