Für Sepp Obermaier ist Mundart mehr als Folklore und nichts, wofür sich Menschen schämen müssen. Als Vorsitzender des Bundes Bairische Sprache macht sich der Niederbayer unter anderem für Dialekt in Schulen und gegen die Diskriminierung der Mundart stark. Bei der Jahresversammlung in Straubing ist er nicht mehr zur Wiederwahl angetreten. Seine Fachkenntnis und seine Leidenschaft für das Bairische kann er aber als neuer Ehrenvorsitzender weiter einbringen. Vorsitzender ist nun Niklas Hilber aus der Nähe von Garmisch-Partenkirchen.
Sepp Obermeier ist ein wandelndes Mundart-Lexikon. Wer beispielsweise etwas über die Wienerische Sprachinsel in der Gemeinde Rattenberg (Landkreis Straubing-Bogen) erfahren möchte, wird nicht enttäuscht werden: In dem Dorf im Bayerischen Wald wird Wienerisch gesprochen - und das schon viel länger, als in Wien, so Obermeier. Spezialitäten wie diese haben es dem 68-Jährigen angetan.
Sich sprachwissenschaftlich fundiert mit dem Thema zu befassen, ist für Obermeier elementar. Bayerntümelei liegt ihm fern, mit Mundart-Begriffen oberflächlich ein bayerisches Heimatgefühl erzeugen zu wollen, wäre ihm zu wenig, wie er sagt.