Der jüngste Mitspieler ist noch nicht geboren, die älteste Mitspielerin 85 Jahre alt: Nach coronabedingten Verzögerungen finden in diesem Jahr wieder die Passionsspiele in Sömmersdorf (Landkreis Schweinfurt) statt. Die wichtigsten Rollen sind doppelt besetzt, Frauen sollen mehr Raum bekommen. Am 23. Juni geht es los, wie das Bistum Würzburg am Dienstag bekannt gab.
399 Schauspieler, zumeist Dorfbewohner, seien benannt, die auf rund 44.000 Probestunden und 36.000 Stunden für die 18 Aufführungen kämen. «Die weit mehr als 100 Helfer hinter den Kulissen leisten weitere 20.000 Stunden, um die Bühne vorzubereiten, während der Aufführungen umzubauen oder für die Bewirtung zu sorgen», so das Bistum.
Schon Monate vor den Inszenierungen geht in Sömmersdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Euerbach, nichts mehr seinen gewohnten Gang: Das Dorfzentrum liegt dann am Waldrand auf einer der größten Freilichtbühnen Frankens. Dort proben die Laien-Darsteller für die rund dreistündige Inszenierung das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu Christi. Seit 1933 finden die Fränkischen Passionsspiele statt, die unter den Nationalsozialisten verboten wurden. Normalerweise wird die Theaterproduktion alle fünf Jahre gezeigt.