Als Peter Handke zum Schluss die Bühne betritt, erhebt sich das Premierenpublikum. Es applaudiert kräftig, einzelne «Bravo»-Rufe sind zu hören. Der österreichische Literaturnobelpreisträger, dessen Werk durchaus polarisiert, schaut Schauspieler Jens Harzer an, herzt ihn - voller Bewunderung, wie es scheint. Harzer und seine Bühnenkollegin - und Ehefrau - Marina Galic haben tatsächlich Großes geleistet. Im neuen Handke-Stück «Schnee von gestern, Schnee von morgen» verkörpern sie in beeindruckender Weise einen gedankenvollen Flaneur.
Die Uraufführung des Stücks bei den Salzburger Festspielen - eine Koproduktion mit dem Berliner Ensemble - wurde mit Spannung erwartet. Der 83-jährige Handke ist sich in seinem neuen Werk treu geblieben. Der 2025 erschienene Text hat keine herkömmliche Handlung und wird vom Suhrkamp-Verlag «als ein Stück für die Bühne, ein Drama ohne Rednerwechsel, ein Lied ohne Kehrvers» beschrieben.