Der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, Vladimir Jurowski, hat noch keine Pläne für die Zukunft. Wie es für ihn weitergeht, wenn er das Haus 2029 verlässt, weiß er noch nicht, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte: «Ich mache bewusst keine Pläne und lebe von heute bis übermorgen. Ich glaube, das ist eines der Probleme in unserem Beruf und in unserem Leben, dass wir so weit im Voraus planen. Wir wissen ja gar nicht, ob wir so lange leben. Und dann fühlt man sich irgendwann wahnsinnig eingezwängt», sagte er.
«Für mich gehört es zu einer “Autoverjüngungstherapie”, dass man ab und zu alle Pläne über den Haufen schmeißt und einfach neu beginnt mit einem leeren Blatt; Tabula rasa. Deswegen freue ich mich, dass ich noch keine Pläne nach 2029 habe. Alles steht offen. Das ist interessant. Man fühlt sich wieder jung.»
Während Opernintendant Serge Dorny noch bis mindestens 2031 bleibt, wurde Jurowskis Vertrag zunächst nur um zwei statt fünf Jahre verlängert. Kürzlich wurde dann bekannt, dass er ein Jahr länger bleibt und die Saison 2028/29 noch als Generalmusikdirektor bestreitet.
«Ich glaube, man hatte nie die Hybris zu glauben, dass man an einem Haus in einer Schaffenszeit alle seine Pläne verwirklichen kann. Das gibt es heute nicht mehr und das ist wahrscheinlich auch gut so, weil ein Haus wie auch ein Mensch regelmäßige Erneuerung braucht», sagte Jurowski der dpa.
«Es ist nicht gut, wenn Menschen zu lange an der Macht bleiben. Zu kurz ist auch nicht gut, weil dann schafft man tatsächlich nichts. In unserem Metier ist es so, dass man nach einer Weile selber das Gefühl hat, jetzt ist eine gute Zeit, zu gehen. Egal, ob man alle seine Pläne realisiert hat oder nicht. Man kann ja immer wieder, wenn man im Guten das Haus verlässt, dem Haus verbunden bleiben.»
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