Senta Berger wird 85? Kaum zu glauben. Denn wer die berühmte Schauspielerin trifft, erlebt eine charmante und energiegeladene Frau, der man ihr Alter wirklich nicht anmerkt. Selbst einen Oberschenkelbruch im Januar hat sie gut weggesteckt. Disziplin, Kraft und einen starken Willen - das lernte die gebürtige Wienerin schon als 16-Jährige in der Tanzausbildung. «Und das hält mich bis heute zusammen», sagte Berger der dpa in München anlässlich ihres 85. Geburtstages am Mittwoch (13. Mai). «Mein Körper, der hat es nicht vergessen, wie man aufsteht.»
Handwerk, Hollywood und Buhlschaft
Eine optimistische und lebensbejahende Einstellung, die typisch ist für Berger. Als 16-Jährige stand sie erstmals vor der Kamera, für den Film «Die unentschuldigte Stunde». 1961 kam der Durchbruch mit der Romanverfilmung «Es muss nicht immer Kaviar sein». Auch Hollywood wollte die hübsche, temperamentvolle Schauspielerin haben, deren Vorbild die italienische Diva Sophia Loren war. Sie drehte Filme wie «Major Dundee» oder «Cast a Giant Shadow», später folgten viele französische und italienische Komödien.
«Na ja, so ist das beim Film. Verdienst gut, aber bist verkauft», kommentierte ihr Vater die Leinwandkarriere seiner Tochter, nachzulesen in ihrer Autobiografie «Ich habe ja gewußt, daß ich fliegen kann». Heute sagt Berger über ihre ersten Jahre: «Ich habe einen Vertrag gehabt als sehr junges Mädchen mit einem Filmproduzenten, der sehr viele Filme produziert hat. Am laufenden Band, und ich war in sehr vielen Filmen drin», sagt sie. «Das waren meine Handwerksjahre. Die Filme waren schlecht, aber das Handwerk habe ich gelernt.»
Dass Berger ihr Handwerk beherrscht, davon zeugt die enorme Bandbreite ihrer Rollen, für die sie viele Preise einheimste.
Bei den Salzburger Festspielen gab sie von 1974 bis 1982 die Buhlschaft im «Jedermann». Sie spielte in Kultserien wie «Kir Royal» oder «Die schnelle Gerdi». Und fürs ZDF ermittelte sie jahrelang in der Krimi-Serie «Unter Verdacht». Auch in vielen Fernseh- und Kinofilmen ist sie zu sehen, etwa im Drama «Weißt Du noch» oder in der Komödie «Willkommen bei den Hartmanns», erstmals unter Regie ihres Sohnes Simon Verhoeven.