Bei der heftig diskutierten Umbenennung des Otfried-Preußler-Gymnasiums in Pullach geht es einen Schritt weiter. Am Mittwoch entscheidet der zuständige Zweckverband über den Wunsch der Schule, den Namen des berühmten Autors wieder abzulegen, wie ein Sprecher der Gemeinde Pullach am Dienstag mitteilte. Medien hatten darüber berichtet.
Stimmt der Zweckverband zu, kann die Schule den Antrag zur Entscheidung an das Kulturministerium weiterreichen. Ministerin Anna Stolz (Freie Wähler) kündigte bereits an, die Frage «mit der nötigen Sensibilität» zu prüfen.
Die Pläne zur Umbenennung hatten hohe Wellen geschlagen. Die Sudetendeutsche Volksgruppe hatte etwa eine «richtiggehende Hexenjagd gegen den Vater der "Kleinen Hexe" und zahlreicher anderer Kinderbücher» kritisiert.
Die Lehrerkonferenz, Elternbeirat und Schülermitverantwortung sowie der Gemeinderat hatten sich dafür ausgesprochen, die Schule wieder «Staatliches Gymnasium Pullach» zu nennen. «Wir als Schulgemeinschaft möchten Otfried Preußlers Namen ablegen, das haben wir nach langem Überlegen und intensiven Diskussionen demokratisch entschieden», erläuterte Schulleiter Benno Fischbach in einer Mitteilung. «Es geht uns dabei nicht um Einzelaspekte, sondern ein Gesamtbild – und zwar um eines, das eben für uns als Gymnasium in Pullach zutrifft. Ebenso wenig geht es uns darum, die Person Otfried Preußler anzugreifen, den Wert seines Werks zu schmälern oder – um einen Begriff aufzugreifen, der uns besonders häufig entgegengehalten wurde – "Cancel Culture" zu betreiben.»