Im Kampf um einen Tarifvertrag sind Hunderte Mitarbeiter eines Herstellers für Elektroantriebe im oberpfälzischen Berching in einen unbefristeten Streik getreten. Dem seien vier gescheiterte Verhandlungsrunden und zuletzt ein 24-stündiger Warnstreik vorausgegangen, sagte ein Sprecher der Industriegewerkschaft Metall am Dienstag. Am Morgen hatte die Belegschaft der Firma Schabmüller demnach die Arbeit niedergelegt. Der unbefristete Streik ist das schärfste Mittel des Streikrechts, zu dem die IG Metall nach eigenen Angaben fast nie greift. Zuletzt war das in Bayern im Jahr 2020 in Sonthofen der Fall.
«Wir wollen nicht streiken, aber wir haben auch keine Lust mehr zu betteln», rief IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott bei einer Kundgebung am Dienstagnachmittag vor dem Werksgelände. Sie sähen sich jedoch dazu gezwungen. «Obwohl das Geschäft brummt und Schabmüller seit Jahren hohe Gewinne einfährt, verweigert die Firma ihren Beschäftigten einen Tarifvertrag.»
Vor rund 20 Jahren sei das Unternehmen aus dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie und damit aus dem Flächentarifvertrag ausgetreten. Der Unterschied zwischen Tariflohn und dem von Schabmüller gezahlten Lohn betrage mittlerweile 22 Prozent. Die Gewerkschaft forderte eine stufenweise Rückkehr in den Tarifvertrag.