Die deutsche Industrie ist in keiner guten Verfassung und die Konkurrenz in China und in den USA scheint davonzugaloppieren, technologisch und strukturell. Wie geht ein klassisches Industrieunternehmen mit einer solchen Situation um, was hält es am Standort Deutschland? Und wie muss es sich verändern, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein? Der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Schaeffler, Klaus Rosenfeld, hat der Deutschen Presse-Agentur die wichtigsten Fragen beantwortet:
Frage: Sie sprechen von engagierten Leuten. Gleichzeitig wird über Produktivität, Teilzeitquoten und mangelnde Flexibilität diskutiert. Wo stehen wir wirklich?
Antwort: Ich kann hier nur für Schaeffler sprechen. Die meisten Menschen, die ich treffe, strengen sich an, arbeiten gerne und sind engagiert. Natürlich gibt es auch mal Leute, die nicht mitziehen. Wenn das so ist, dann ist das aus meiner Sicht in erster Linie ein Führungsthema. Klar kann man sagen, die Produktivität in Deutschland ist nicht da, wo sie sein sollte. Wir haben einen Arbeitsmarkt, der nicht gerade durch Flexibilität glänzt. Wir haben demografische Probleme, die wir lösen müssen. Wir brauchen jede Menge engagierte junge Leute. Gleichzeitig ändern sich die Arbeitsbedingungen. Mit immer neuen Aufgaben. Qualifizierung wird immer wichtiger. Wir müssen stärker vorausdenken. Das ist eine Aufgabe, die es nicht nur politisch zu lösen gilt, sondern auch in den Unternehmen.