Schauspielerin Michaela May (73) blickt gelassen auf das Lebensende. «Ich bin ein Mensch, der alles auf sich zukommen lässt», sagte die Münchnerin der Illustrierten «Bunte». «Ich habe mehr Angst vor einer Premiere als vor dem Tod.» Dass jemand wie Gott schützend ihre Hand über sie halte, glaubt May trotz ihrer katholischen Erziehung nicht. «Der Jemand bin ich selbst.»
Doch die Schauspielerin («Polizeiruf 110», «Ich will mein Glück zurück») ist überzeugt: «Wir alle versenden etwas, solange wir hier sind», sagte die 73-Jährige. «Das ist es, was wir hinterlassen: eine bestimmte Schwingung, die nachschwingt in Menschen, die dann kommen. Meine Kinder, meine vier Enkelkinder – in ihnen bleibt hoffentlich etwas von mir.»
Unter der Sonne geboren
Doch noch genießt May das Leben mit ihrem Ehemann, dem Regisseur und Autor Bernd Schadewald. Noch bis Sonntag spielt sie unter dessen Regie in Hamburg in der Komödie Winterhuder Fährhaus an der Seite von Sigmar Solbach im Stück «Der Abschiedsbrief». «Der Sinn des Lebens ist: leben!», findet die Münchnerin. «Ich versuche, soweit es geht, jede Sekunde Freude zu haben. Ich glaube, ich bin unter der Sonne geboren und finde das Leben einfach wahnsinnig schön.» Und sie zählt auf, was ihr besonders am Herzen liegt: «Ich freue mich, dass ich Liebe erfahre.»
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