München (dpa/lby) - Den bayerischen Wohnungsgenossenschaften fällt der Bau günstiger Wohnungen wegen hoher Kosten und fehlenden Baulands immer schwerer. Nach Zahlen des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) sind seit 2021 nur noch acht neue Wohnungsgenossenschaften im Freistaat gegründet worden - von 2015 bis 2021 waren es hingegen 36. «Für ihr erstes Bauprojekt sehen sich Neugründungen mit zu hohen Baukosten konfrontiert, gleichzeitig ist geeignetes und bezahlbares Bauland in bayerischen Ballungsräumen knapp», sagte Verbandsdirektor Hans Maier in München. Anlass ist der bevorstehende internationale Tag der Genossenschaften an diesem Samstag.
Gewerkschaften fordern Mietenstopp und mehr Investitionen
Folge der langjährigen Flaute im Wohnungsbau - nicht nur bei den Genossenschaften - ist nach einer Analyse des DGB ein im Vergleich zur allgemeinen Teuerung weit überdurchschnittlicher Anstieg der Mieten auch in kleineren Städten. In München ist die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter in den zehn Jahren von 2016 bis 2026 demnach um 51,6 Prozent von 15,34 auf 23,26 Euro gestiegen. In Kempten im Allgäu ist das Wohnen zwar nach wie vor günstiger, aber das Tempo des Mietanstiegs noch rasanter: Laut DGB kostete die Miete dort Anfang dieses Jahres mit 14 Euro pro Quadratmeter knapp 86 Prozent mehr als vor zehn Jahren. «Steigende Mieten sind längst kein ausschließliches Problem der Metropolen mehr», sagte der DGB-Landesvorsitzende Bernhard Stiedl. Die Gewerkschaften fordern einen sechsjährigen Mietenstopp. Stiedl plädierte darüber hinaus aber auch für einen massiven Ausbau des öffentlichen und sozialen Wohnungsbaus.
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