Angesichts langanhaltender Dürrephasen und eines sinkenden Grundwasserspiegels hat der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) flächendeckende Maßnahmen in Bayern gefordert. Zwar gebe es derzeit viele Pilotprojekte, aber dies reiche nicht mehr. «Im Zeitraum von 2003 bis 2025 wies die Grundwasserneubildung in Bayern ein mittleres jährliches Defizit von circa 15 Prozent auf, die auch durch einzelne nasse Jahre nicht nachhaltig behoben wurde», teilte der Verband in München mit.
In Bayern sind nach VKU-Angaben 231 kommunale Unternehmen in dem Verband organisiert - Stadtwerke, aber auch kommunalwirtschaftliche Betriebe in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation.
Nötig sind dem Verband zufolge mehr natürlicher Wasserrückhalt in der Fläche, ein Umdenken in der Landnutzung und die Wiederherstellung von lokalen Wasserkreisläufen durch Wiedervernässung. Es brauche gesunde und durchlässige Böden, genügend Pflanzen und weniger versiegelte Fläche. «Wasser darf nicht länger möglichst schnell abgeleitet werden, weder aus bebauten Gebieten noch an Straßen und Gräben oder aus Äckern, Wiesen und Wäldern», hieß es.
Appelle zum Wassersparen
Bayernweit sind Kommunen spätestens seit der Hitzewelle Ende Juni stark mit der Frage beschäftigt, ob ausreichend Trinkwasser vorhanden ist. Auch wenn das Landesamt für Umwelt (LfU) jüngst versicherte, die öffentliche Trinkwasserversorgung in Bayern sei gewährleistet, so appelliert dennoch so manche Stadt an ihre Bürger, Wasser schlauer und sparsamer zu nutzen.
Nach LfU-Angaben ist die Lage derzeit vor allem in Schwaben, Oberbayern sowie Ostbayern heikel. In München gibt es bereits das Verbot, private Pools zu füllen oder den Rasen zu sprengen, ebenso in Landau.
Bayreuth fördert den Kauf von Regentonnen
In anderen Teilen Bayerns ist die Lage weniger dramatisch, Stadtwerke und Wasserversorger beobachten die Grundwasserstände allerdings aufmerksam.
«Einschränkungen oder Verbote waren bislang nicht erforderlich und sind derzeit auch nicht absehbar», teilte etwa die Stadt Bayreuth mit. Ein bewusster Umgang mit Trinkwasser sei natürlich sinnvoll. Um die Nutzung von Regenwasser in Gärten zu unterstützen, hätten die Stadtwerke ein Förderprogramm für den Kauf von Regentonnen ins Leben gerufen.
Auch in Straubing, Coburg, Ingolstadt und Passau werden derzeit keine Verbote wie in München vorbereitet. Im unterfränkischen Marktheidenfeld können sich die Bürger online über ein Ampelsystem des Wasserversorgers informieren, wie ausgelastet das Trinkwassernetz ist. Am Donnerstag stand die Ampel auf Rot: Das bedeutet, der Verbrauch ist derzeit sehr hoch. Die Stadt rief dazu auf, auf Gartenbewässerung und Autowäschen zu verzichten.
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