Das Stumtief «Elli» hat Bayern Schnee und glatte Straßen gebracht. Es gab Dutzend Verkehrsunfälle, teils mit Verletzten und Toten. Bei zwei tödlichen Unfällen kamen in der Oberpfalz und Niederbayern drei Menschen ums Leben. In einer Reihe von Landkreisen fiel der Präsenzunterricht an Schulen aus, teils gab es vereinzelt Behinderungen im Bahnverkehr.
Und es ist noch nicht vorbei. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) gibt es in der kommenden Nacht gebietsweise Frost und Glätte, von Nordwesten zieht eine Kaltfront mit Schneefall heran. Auf den Straßen kann es also wieder glatt werden. In den Bergen erwartet der Lawinenwarndienst Bayern eine steigende Lawinengefahr.
Einzelne Verspätungen und Zugausfälle - Flugverkehr normal
Der Bahnverkehr lief bisher weitestgehend störungsfrei. Laut Deutscher Bahn (DB) gab es vereinzelt Verspätungen und Zugausfälle wegen Störungen an Bahnübergängen und Weichen. Betroffen waren Fahrgäste vor allem im Raum Landhut, Regensburg und im Bayerischen Wald, wie eine Bahn-Sprecherin mitteilte.
Die Bahn hat ihre Wintervorbereitungen im Freistaat dieses Jahr intensiviert. Unter anderem können von mehr als 10.000 Weichen in Bayern rund 8.140 beheizt werden. Bei Schneeverwehungen sollen schwere Loks auf den verschneiten Gleisen fahren und eine Spur für nachfolgende Züge ziehen.
Am Münchner Flughafen liefen Starts und Landungen weitgehend planmäßig. Beide Startbahnen waren in Betrieb, wie ein Sprecher sagte. Einige Flüge waren wegen Störungen an anderen Flughäfen abgesagt worden. Niemand habe aber die Nacht am Flughafen verbringen müssen, sagte der Sprecher.
Schulen geschlossen
In achtzehn Städten und Landkreisen im Osten und Norden Bayerns fiel wegen glatter Straßen und Schnees der Unterricht an Schulen aus. Betroffen war vor allem die Oberpfalz, aber auch Niederbayern und Franken, wie auf der Webseite «Unterrichtsausfall.Bayern.de» des Kultusministeriums zu lesen war.
In der Oberpfalz fand flächendeckend kein Präsenzunterricht statt. In Niederbayern sagten die Behörden in Landshut und Passau - jeweils Stadt und Landkreis - den Unterricht ab, außerdem in den Landkreisen Kelheim und Rottal-Inn. In Unterfranken blieben die Schülerinnen und Schüler in den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen zu Hause. Zudem sagte das Landratsamt Schweinfurt den Schulunterricht im Markt Stadtlauringen ab. Im Landkreis Coburg fiel der Unterricht an der Grund- und Mittelschule in Seßlach aus.
Die Schulschließungen bedeuteten allerdings nicht unbedingt, dass der Unterricht komplett ausfiel. Das Landratsamt Landshut wies darauf hin, dass die Schulleitungen eigenständig entscheiden, ob der Unterricht per Videokonferenz stattfindet.
Viele Unfälle vor allem in Ostbayern
Ein Schwerpunkt des Unfallgeschehens waren Niederbayern und die Oberpfalz. Im Kreis Dingolfing-Landau kam es am Morgen zu einem Unfall mit zwei Toten auf der Staatsstraße 2732 zwischen Griesbach und Frichlkofen. Laut Polizeipräsidium war ein Fahrer ins Schleudern geraten und sein Wagen mit einem entgegenkommenden Auto kollidiert. Zwei Insassen starben. Ansonsten wurden laut Polizeipräsidium Niederbayern bei rund 30 Unfällen einige Menschen leicht verletzt, in der Mehrheit der Fälle blieb es bei Blechschäden.
Das Polizeipräsidium Oberpfalz meldete 24 Verkehrsunfälle. Auf einer Staatsstraße bei Kirchenthumbach (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) kam ein 52 Jahre alter Autofahrer ums Leben, nachdem er in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen und mit seinem Wagen gegen einen Baum geprallt war. Die Autobahn 3 wurde nach einem Unfall mit einem Lkw und zwei Autos in Fahrtrichtung Nürnberg vorübergehend gesperrt.
Sommerreifen bei winterlicher Straße: Bußgeld und Punkt
Auch im südlichen Oberbayern rückte die Polizei zu zahlreichen Einsätzen aus, teils handelte es sich um Unfälle, teils um liegengebliebene Fahrzeuge. In Mittelfranken berichtete die Polizei über etwa zwei Dutzend Einsätze und wenige Leichtverletzte.
Bei Garmisch-Partenkirchen rutschte eine Münchnerin mit ihrem Wagen von der Fahrbahn, prallte gegen eine Leitplanke und einen Leitpfosten. Das Auto hatte trotz winterlicher Verhältnisse Sommerreifen. Wer so unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Die Frau durfte laut Polizei nicht weiterfahren - zu gefährlich, ihr Auto wurde abgeschleppt.
In Unterfranken bleiben Lkw auf Autobahnen liegen
In Unterfranken rutschte auf der Autobahn 70 bei Gochsheim (Kreis Schweinfurt) ein Lastwagen in die Mittelleitplanke, so dass die Polizei die Strecke in Richtung Schweinfurt sperrte. Etwa zwei Dutzend Lastwagen blieben auf der schneebedeckten Autobahn 7 bei Oberthulba im Landkreis Bad Kissingen liegen. Mit Hilfe des Technischen Hilfswerks wurden die Lastkraftwagen angezogen, bis sie weiterfahren konnten.
Auch auf einer Steigung der Autobahn 71 bei Mellrichstadt (Landkreis Rhön-Grabfeld) blieben am frühen Morgen mehrere Lkw zeitweise stecken, bis die Fahrbahn geräumt war. In Schwaben lief der Verkehr laut Polizei normal.
Kaltfront im Anmarsch
Nach dem Abzug des Sturmtiefs sagt der Deutsche Wetterdienst für Bayern die nächste Kaltfront mit Schneefall bis in die Täler voraus. In tiefer gelegenen Regionen erwarten die Meteorologen gebietsweise einen bis fünf Zentimeter Schnee. Vor allem im Allgäu und in höheren Lagen können aber bis zu 15 Zentimeter fallen. Im Südosten kann es wieder gefrierenden Regen geben. Die Straßen könnten wieder glatt werden. Zudem wird es stürmisch.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten