Ein Eigentor in der Nachspielzeit hat RB Leipzig den Sieg gegen den FC Augsburg gerettet und den Sachsen wieder bessere Karten im Kampf um die Champions League beschert. Arthur Chavez (90.+2) beförderte den Ball nach einer Flanke von David Raum ins eigene Netz, Leipzig entschied das Spiel mit 2:1 (0:1) für sich. Damit ist RB zwar weiterhin Fünfter der Fußball-Bundesliga, liegt nun aber punktgleich mit dem viertplatzierten VfB Stuttgart.
Vor 41.563 Fans schockte Robin Fellhauer (39. Minute) die Leipziger mit der Führung für Augsburg, das weite Strecken sehr passiv agierte. Die bis zum Anpfiff drittbeste Rückrundenmannschaft hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Handelfmeter durch Keven Schlotterbeck (23.) verschossen. Yan Diomande (76.) erlöste Leipzig schließlich mit dem Ausgleich, grenzenlosen Jubel löste dann das Eigentor aus.
Wenige Stunden vor dem Anpfiff erfolgte bei Leipzig noch business as usual. Auf der Mitgliederversammlung wurden ambitionierte Ziele formuliert, es wurde gelobt und entlastet. Und der allmächtige Oliver Mintzlaff wurde als Vorsitzender des Aufsichtsrats bestätigt.
Vandevoordt hält Elfmeter
Auch auf dem Rasen sah alles nach dem erwarteten Spiel aus. Die Herangehensweise des FC Augsburg würde man in der englischen Premier League als Bus parken bezeichnen. Neun Spieler versammelten sich um den eigenen Strafraum, verteidigten und hofften. Leipzig hielt zwar mit begnadeten Technikern wie Antonio Nusa, Yan Diomande und Brajan Gruda dagegen, doch der Vortrag war über weite Strecken zu pomadig.
Erst nach 29 Minuten brach Diomande mal über die rechte Seite durch, doch sein straffer Schuss prallte an FCA-Torwart Finn Dahmen ab. Zu diesem Zeitpunkt hätte Leipzig bereits zurückliegen können. Nach einer Augsburger Ecke zog Mert Kömür (21.) aus der Entfernung ab, mit Hilfe seines Arms lenkte ihn der Leipziger Christoph Baumgartner über das Tor. Erlaubt ist das nicht, den fälligen Elfmeter von Keven Schlotterbeck (23.) hielt Maarten Vandevoordt dafür stark.
Dass es doch noch etwas mit einem Augsburger Tor wurde, überraschte nicht nur die zahlreichen Leipziger Fans. Fabian Rieder setzte sich mit einem klugen und Ridle Baku überfordernden Laufweg auf der linken Seite durch. Der Schweizer drang in den Strafraum ein und spielte dann in den Rücken der Leipziger Abwehr. Fellhauer hatte wenig Mühe bei seinem zweiten Saisontor.
Gefährliche Augsburger Konter
Mit dem Ausgleich hatte Leipzig dagegen zunächst Mühe. Baumgartner (50.) scheiterte völlig frei an Dahmen. In derselben Aktion sahen die Leipziger zudem ein Foul an Gruda im Strafraum, doch Schiedsrichter Martin Petersen entschied auf Eckstoß.
Doch Augsburg wurde immer wieder durch Konter gefährlich - richtig gefährlich. Vandevoordt parierte einen Versuch von Dimitros Giannoulis ebenso bravourös wie Sekunden später den Abschluss von Anton Kade. Auf der anderen Seite köpfte Castello Lukeba (66.) nach einer Ecke an den Pfosten. Es war der Auftakt zur Leipziger Schlussoffensive, in der Romulo (73.) mit der nächsten guten Chance an Dahmen scheiterte.
Nach Vorarbeit des eingewechselten Conrad Harder gelang Diomande durch eine Einzelleistung schließlich der Ausgleich. Doch Augsburg zog sein Spiel durch, suchte sein Heil auch nach dem Gegentreffer in Kontern. Rodrigo Ribeiro (83.) hatte die erneute Führung auf dem Fuß, doch sein Lupfer über Vandevoordt landete am Pfosten. Drei Minuten später war Dahmen mit einer Glanztat gegen Harder zur Stelle.
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