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Klaus und Futkeu schießen Fürth in Relegation: «Verrückt»

Fürths Felix Klaus bejubelt sein Tor zum 1:0. / Foto: Daniel Löb/dpa
Fürths Felix Klaus bejubelt sein Tor zum 1:0. / Foto: Daniel Löb/dpa

Drei Tore musste Fürth schießen, drei wurden es am Ende. Die Spielvereinigung hat den Abstieg aus der 2. Liga gerade noch vermieden. Gegner Düsseldorf muss indes runter.

Matchwinner Felix Klaus und seine Teamkollegen waren selbst ganz baff. Mit einem famosen Sieg hat sich die SpVgg Greuther Fürth doch noch vor dem Absturz aus der 2. Fußball-Bundesliga gerettet. Die Franken fertigten den Abstiegsrivalen Fortuna Düsseldorf mit 3:0 (3:0) ab und zogen damit in der Tabelle noch an den Rheinländern vorbei. «Brutal» fand Klaus das Auftreten seines Teams vor der Pause und meinte: «Wir sind einfach verrückt.»

Fast hätte es sogar zur direkten Rettung gereicht für das Team von Trainer Heiko Vogel. Weil Arminia Bielefeld aber parallel 6:1 gegen Hertha BSC gewann und Braunschweig nur 0:1 auf Schalke verlor, wurde es am Ende der 16. Platz für das «Kleeblatt». Diesem Umstand wollte der Coach aber nicht nachtrauern. «Ich glaube, wir sollten demütig bleiben», mahnte Vogel und resümierte: «Wir haben nicht nur ein Lebenszeichen gesendet. Wir leben.»

Nun Überstunden gegen Rot-Weiss Essen

Die eigentlich als Aufstiegsanwärter in die Saison gegangene Fortuna wird dagegen erstmals seit der Saison 2008/09 wieder in der 3. Liga antreten. Die Düsseldorfer wurden nach Schlusspfiff von den eigenen Fans im Gästeblock ausgepfiffen, Polizisten bauten sich als Schutz vor den Spielern auf. Nur Kapitän und Torhüter Florian Kastenmeier, der in Tränen aufgelöst war, wurde von den Anhängern gefeiert. «Wir haben es komplett verschissen», haderte er.

Fürth trifft in der Relegation auf den Drittliga-Dritten Rot-Weiss Essen. Das Hinspiel steigt am Freitag im Ruhrgebiet - am Dienstag danach folgt das entscheidende Rückspiel in Fürth. Dann können die Franken den Absturz in die Drittklassigkeit nach fast drei Jahrzehnten 1. und 2. Liga noch verhindern.

Ex-Fortune schickt Düsseldorf in Liga 3

Ausgerechnet der langjährige Fortuna-Profi Klaus avancierte im Fürther Ronhof zum Matchwinner für die Gastgeber. Vor 16.126 Zuschauern brachte er die Spielvereinigung mit einem Doppelpack (2./16. Minute) schon früh auf Kurs; sein abgefälschter, zweiter Treffer wurde offiziell als Eigentor gewertet. Nach gut einer halben Stunde legte Klaus das 3:0 durch Noel Futkeu auf (36.). «Wir sind die Tage zusammen gesessen und haben gesagt: Wenn wir was können, dann ist es Tore schießen», berichtete Klaus.

Futkeu wurde nach Schlusspfiff als bester Torjäger der 2. Liga geehrt - er wird den Verein nach der Saison in Richtung Eintracht Frankfurt verlassen. Gegen verunsicherte Gäste hätte Fürth noch mehr Tore erzielen können, doch zweimal Sayfallah Ltaief (8./45.) und Klaus (33.) scheiterten. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Düsseldorfer von Coach Alexander Ende den Druck. Doch große Chancen sprangen dabei nicht mehr heraus.

Hrgota hat direkte Rettung auf dem Fuß

Im Gegenteil: Hätten die Fürther ihre Kontermöglichkeiten besser ausgespielt und ein höheres Ergebnis erzielt, dann wäre sogar die direkte Rettung möglich gewesen. Kapitän Branimir Hrgota hatte in der Nachspielzeit das 4:0 auf dem Fuß, sein Abschluss wurde aber gerade noch geklärt. Wäre der Ball reingegangen, hätte dies den direkten Klassenerhalt bedeutet.

Die Fürther haben eine katastrophale Saison hinter sich. Das «Kleeblatt»-Team stellt die mit Abstand schlechteste Abwehr der Liga. Weniger Punkte als in dieser Spielzeit gab es für die Spielvereinigung seit dem Zweitliga-Aufstieg 1997 noch nie im deutschen Fußball-Unterhaus. 

Trainer mahnt: «Noch nichts erreicht»

Anfang Dezember übernahm Coach Vogel die Franken vom freigestellten Thomas Kleine auf dem vorletzten Tabellenplatz - in einem Herzschlagfinale schaffte er immerhin die Relegation. Und da soll das Happy End her. «Wir leben, weil meine Mannschaft fulminant ist», sagte der Trainer. «Aber wir haben noch nichts erreicht.»

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