Der Bundesliga-Jubiläumsabend kann für den FC Augsburg zum Meilenstein einer schwierigen Saison werden. Im 500. Spiel in der Beletage des deutschen Fußballs können die Schwaben den 150. Sieg feiern. Glückt dieser am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Köln, kann der FCA mit weitestgehend entledigten Abstiegssorgen für die nächste Bundesliga-Saison planen.
Baum: Freude und Verpflichtung zugleich
«Es ist wichtig, dass wir ambitioniert bleiben. Wir freuen uns, dass wir aktuell formstark sind, aber wir sind noch nicht satt! Wir haben Hunger auf mehr», sagte Trainer Manuel Baum und freute sich über das Jubiläumsspiel. «Unser Auftrag ist einfach, die Geschichte ambitioniert erfolgreich weiterzuschreiben.»
Er sei zum wiederholten Mal «Teil der Geschichte», sagte Baum. Das mache ihn stolz. Der 46-Jährige war in den Jahren 2016 bis 2019 Trainer des FCA. Im Sommer war er als Leiter Entwicklung & Fußballinnovation zum FCA zurückgekehrt. Nach der Trennung des Vereins von Sandro Wagner ist er wieder Chefcoach.
«Köln ist immer geil»
Unter Baum zeigt die Formkurve des FCA klar nach oben. «Wir wissen, was wir können, und so wollen wir Woche für Woche Punkte holen», sagte Elvis Rexhbecaj. Der Matchwinner vom 3:2 gegen seinen früheren Club VfL Wolfsburg freut sich beim Wiedersehen mit dem nächsten Ex-Verein auf einen «geilen» Flutlichtabend. «Köln ist immer geil», sagte der 28-Jährige.
Mit einem Heimsieg würden die Augsburger nicht nur die weniger formstarken Kölner, die nur einen von neun möglichen Punkten aus den letzten drei Spielen holten, auf sieben Zähler Abstand distanzieren. Zudem würden sie die 30-Punkte-Marke knacken. Das reicht zwar noch nicht für den sicheren Klassenerhalt, aber wird die FCA-Zuversicht weiter stärken.
Nur Dortmund holte mehr Rückrunden-Punkte
«Wir sind happy. Wir entwickeln uns sehr gut in die richtige Richtung», sagte Routinier Michael Gregoritsch. Siege wie der in Wolfsburg, bei dem die Augsburger durch zwei späte Tore das Spiel drehten, sind da besonders hilfreich. «Das ist für die Mannschaft ein Riesenpush», hob der Österreicher hervor.
Die erstaunliche Rückenrundenbilanz - nur Borussia Dortmund holte in der zweiten Hälfte dieser Saison mehr Punkte - vergrößert Woche für Woche die Hoffnungen auf eine sorgenfreie Schlussphase dieser so turbulenten Spielzeit mit dem gescheiterten Wagner-Projekt.
Gregoritsch auf Rekordjagd
«So kann es weitergehen», sagte Rexhbecaj über den Augsburger Lauf. «Natürlich können und werden wir nicht alle Spiele gewinnen.» Die jüngsten Erfolge und gedrehte Spiele wie gegen Wolfsburg oder beim 2:1 in München hätten das Team aber «mental gestärkt».
«Wir konnten uns in den letzten Wochen ein kleines Polster erarbeiten, haben aber noch einige harte Aufgaben vor uns und wollen so viele Punkte wie möglich holen», sagte Gregoritsch. Mit nunmehr 32 Bundesliga-Toren für den FCA jagt er Rekordmann Alfred Finnbogason, der 37-mal traf.
Bestmarke aus Bundesliga-Anfängen winkt
Der 31-jährige Gregoritsch ist eines von mehreren Puzzleteilen, die Baum geschickt zusammengesetzt hat. Die personellen Umbaumaßnahmen im Sturm sorgen für mehr Flexibilität und Qualität. Die Tiefe des Kaders gebe her, «dass wir echt mit Qualität nachlegen können», sagte Baum.
Neben all den runden Bundesliga-Zahlen winkt dem FCA auch eine Bestmarke. Mit vier Siegen und drei Unentschieden sind die Augsburger seit sieben Heimspielen ungeschlagen. Nur in ihrer ersten Bundesliga-Saison 2011/12 gelang den Augsburgern unter Trainer Jos Luhukay acht Heimspiele in Serie ohne Niederlage.
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