Im Konflikt um die Leitung der Salzburger Festspiele ist vorerst keine Lösung in Sicht. Nun werden Anwälte eingeschaltet. Das kündigte das Kuratorium des Opern-, Konzert- und Theaterfestivals nach einer stundenlangen Sitzung an, in der die Zukunft von Intendant Markus Hinterhäuser geklärt werden sollte.
Zuletzt war ein Streit zwischen dem Festspielkuratorium und dem langjährigen Intendanten wegen seines Führungsstils eskaliert. Deshalb hatte das Gremium Ende Februar eine bereits vereinbarte Vertragsverlängerung für Hinterhäuser zurückgezogen und ihm mitgeteilt, dass er schon im kommenden Herbst oder spätestens 2027 abtreten müsse.
Neubesetzung des Intendanten-Postens wird vorbereitet
Hinterhäuser sei hingegen der Meinung, dass die Verlängerung bis 2031 gelte, sagte Karoline Edtstadler, die Kuratoriumsvorsitzende und Regierungschefin des österreichischen Bundeslandes Salzburg. Sie kündigte Gespräche mit Anwälten beider Seiten an. Die Landeschefin betonte aber, dass dennoch eine Ausschreibung für Hinterhäusers Nachfolge vorbereitet werde.
Hinterhäuser hat aus Sicht des Kuratoriums gegen eine Vertragsklausel verstoßen, die sein Verhalten regeln soll. Zuletzt hatte sich der Streit wegen seiner Vorgehensweise bei der Suche nach einer Schauspielchefin oder eines Schauspielchefs zugespitzt. Hinterhäuser hat Ende Februar Kommunikationsfehler eingeräumt. In der Vergangenheit hatte Hinterhäuser in einem Interview mit den «Salzburger Nachrichten» gesagt, dass er ein «emotionaler, bisweilen auch ein impulsiver Charakter» sei. Aktuell äußerten sich der Intendant und seine Sprecherin nicht.
Hinterhäusers Leistungen als Intendant sind hingegen unumstritten. Er leitet das große Festival durchgehend seit 2016. Seitdem hat er für volle Zuschauersäle und klingende Namen auf der Bühne gesorgt. Trotz der Erfolge Hinterhäusers steht das Festival vor Herausforderungen: Die Aufführungsstätten sollen in den kommenden Jahren für 395 Millionen Euro renoviert werden.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten