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«Ende einer Ära» - Letzte Aufführung von Polt-Stück

Polt und die Well-Brüder auf der Party nach der Abschiedsvorstellung.  / Foto: Lucas Caspari/dpa
Polt und die Well-Brüder auf der Party nach der Abschiedsvorstellung. / Foto: Lucas Caspari/dpa

50 Jahre hält die Beziehung zwischen Gerhard Polt und den Münchner Kammerspielen schon. Jetzt gibt es einen kleinen Einschnitt - und einen emotionalen Abend.

Minutenlanger Applaus, Standing Ovations, ein emotionaler Abschied: Nach 52 ausverkauften Vorstellungen in den Münchner Kammerspielen ist Gerhard Polts Stück «A scheene Leich» zum letzten Mal aufgeführt worden. 

Voraussichtlich war es auch das letzte Mal, dass der 83-jährige Polt, der dem Theater seit 50 Jahren verbunden ist, dort eine große Theaterproduktion auf die Bühne bringt. In seiner Rolle auf der Bühne sagt er einmal: «Ich bin ja keine 80 mehr.» Wie Intendantin Barbara Mundel sagt, soll die Zusammenarbeit zwar weitergehen, zum Beispiel mit Lesungen. Ein großes Theaterstück mit wochenlangen Proben werde es aber wohl nicht mehr geben. 

Emotionaler Abschied

Entsprechend emotional fiel der Abend dann auch aus. Polt und die Well-Brüder, mit denen er seit Jahrzehnten zusammenarbeitet und auch das bitterböse, zynische und stellenweise todtraurige Stück über Altern und Tod in der heutigen Gesellschaft geschrieben hat, umarmten sich. «Ich kann bloß dankbar sein für dieses Haus und dass es das gibt», sagte Polt. «Wir sind hier immer toll behandelt worden.» 

Es gab Blumen, gerahmte Fotos von der Produktion und zum Schluss sangen alle auf der Bühne gemeinsam mit dem Publikum. «Das Ende einer Ära» schrieben die Kammerspiele auf Instagram zu verschiedenen Fotos aus der Garderobe. 

50 Jahre Polt und die Kammerspiele

«Die Kammerspiele wären ohne Euch nicht das, was sie sind», sagte Intendantin Mundel, die nach dem Schlussapplaus auf die Bühne kam und in ihrer Rede zurückblickte auf 50 Jahre Zusammenarbeit des Theaters mit Polt, der 1975 erstmals am Haus gearbeitet hatte - bei einer «Kabarettwoche im Werkraum». Seinen großen Durchbruch hatte Polt dann 1978 mit seinem später auch verfilmten Stück «Kehraus». Da nun voraussichtlich letzte Stück, «A scheene Leich» lief dort seit 2023. 

Ein kompletter Abschied sei das aber nicht, betonte Mundel. «Es wird ein Weiter geben mit Polt und den Biermösl Blosn», sagte sie. Unter dem Namen waren die Well-Brüder jahrzehntelang aufgetreten. Wie genau die aussehen soll, sagte Mundel nicht.

Für Polt bedeutet der Abend aber keineswegs den kompletten Abschied von der Bühne. Ende Januar zum Beispiel tritt er gemeinsam mit Josef Hader in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft auf.

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