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Bayern nach 3:2 in Dortmund: 35. deutsche Meisterschaft in Sicht

Nico Schlotterbeck erzielte gegen die Bayern die BVB-Führung / Foto: David Inderlied/dpa
Nico Schlotterbeck erzielte gegen die Bayern die BVB-Führung / Foto: David Inderlied/dpa

Drei Wochen hatte Nico Schlotterbeck gefehlt, gegen die Bayern gab der Nationalverteidiger sein Comeback für den BVB. Und was für eins. An vielen Szenen auf beiden Seiten war er beteiligt.

Die 35. deutsche Meisterschaft scheint eingetütet, der Blick des Rekordmeisters geht nach dem abermaligen Sieg im Bundesliga-Klassiker auf die weiteren Titel. Das 3:2 (0:1) im rasanten Spitzenspiel bei Borussia Dortmund war kaum abgepfiffen, da schauten sie beim FC Bayern bereits voraus: Endlich wieder englische Wochen im März, endlich wieder Wettbewerb. 

«Natürlich freuen wir uns darauf jetzt wieder», frohlockte Bayern-Sportdirektor Christoph Freund. In der Bundesliga gibt es keine ernsthafte Konkurrenz mehr. Mit elf Punkten Vorsprung geht der Rekordmeister nach dem Prestigesieg beim BVB in die restlichen zehn Saisonspiele. «Das ist natürlich eine super Ausgangslage», sagte Freund mit einem breiten Grinsen. «Wenn wir so weitermachen, werden wir noch viele Spiele gewinnen und dann kommt das andere von alleine.»

Matchwinner Kimmich erklärt Meisterrennen für beendet

Andere wurden deutlicher. Ob es das jetzt war mit der Meisterschaft, wurde Matchwinner Joshua Kimmich gefragt. Der Bayern-Kapitän in Abwesenheit des verletzten Manuel Neuer antwortete mit einem schlichten «Ja». Am Sky-Mikrofon sagte Kimmich: «Das werden wir nicht mehr abgeben.»

Er selbst war es, der mit seinem schönen Volleyschuss in der 87. Minute das Spitzenspiel und damit wohl auch das Titelrennen entschied. Da staunte selbst BVB-Coach Niko Kovac. «Das ist schon Weltklasse», sagte Kovac, der Kimmich und Doppelpacker Harry Kane (54. Minute/70., Foulelfmeter) als den «kleinen, aber feinen Unterschied» zwischen dem Serienmeister und den Dortmundern als zweite Kraft im deutschen Fußball anführte. 

Der Kapitän der englischen Nationalelf jagt nun den vermeintlich ewigen Torrekord von 41 Saisontoren von Robert Lewandowski aus der Saison 2020/2021. Zehn Spiele bleiben Kane noch, um mit elf weiteren Treffern diesen Wert zumindest einzustellen. «Ich weiß, dass diese Frage jetzt nach jedem Spiel gestellt wird, aber es stehen noch viele Spiele aus. Ich muss in dieser Zeit konstant bleiben, und Ende April werden wir sehen, ob das möglich ist», sagte der 32-Jährige. 

«Der kleine, aber feine Unterschied» zwischen BVB und den Bayern

Spieler, die auf diesem Niveau solche Spiele entscheiden können, hat der BVB nicht in seinen Reihen. «Die Bayern kaufen für 60, 70 Millionen ein, wir holen Entwicklungsspieler», merkte Kovac etwas süffisant an. Kampflos ergeben wolle sich die nationale Konkurrenz aber nicht. «Letzte Saison hatten wir 25 Punkte Rückstand, jetzt sind es elf. Das ist schon eine Entwicklung in der Liga», meinte Kovac.

Spannung sieht dennoch anders aus. Wie weit die Bayern entrückt sind, zeigte sich zuletzt bereits in Champions League. Während der BVB durch die 1:4-Schmach im Playoff-Rückspiel bei Atalanta Bergamo viele eingeplante Millionen Euro verlor, schaute der direkt fürs Achtelfinale qualifizierte FCB entspannt zu. Im Februar blieb für Trainer Vincent Kompany viel Zeit, den Akku wieder aufzuladen. «Das hat natürlich gut getan, wir konnten mehr trainieren», merkte Freund an. 

Bayern ausgeruht in den Triple-Endspurt

Das soll in der entscheidenden Champions-League-Phase nun zum Pfund werden. Zunächst stehen die Duelle mit Dortmund-Bezwinger Bergamo an. Was danach folgen würde, hätte es in sich: Real Madrid oder Manchester City und in einem möglichen Halbfinale Titelverteidiger Paris Saint-Germain oder der FC Liverpool. Darauf liegt nun der Bayern-Fokus, auch wenn Kompany anmerkte, dass für ihn erstmal nur das Spiel gegen den alten Rivalen Borussia Mönchengladbach am kommenden Freitag zählt.

Bis dahin bleibt erstmal wieder Zeit zum Trainieren. «Ab Montag geht es wieder bei null los. Das meine ich auch so. Das ist eine Mentalitätssache», sagte der Bayern-Coach. Gefeiert werde auch nach diesem «ganz besonderen Sieg» nicht. Die richtigen Herausforderungen kommen erst noch. Die Meisterschaft ist keine mehr. «Ich freue mich auf die nächsten zwei, drei Monate», sagte Kompany.

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