Den Siegtreffer seines Youngsters Piet Scobel bekam Miroslav Klose in einem Videokonferenzraum mit. In der Schlussphase des spektakulären Schlagabtauschs gegen Aufstiegskandidat SV Elversberg wurde der Weltmeister von 2014 mit Gelb-Rot vom Platz geschickt - und fand nicht den Weg auf die Tribüne, sondern ins sogenannte Spieltagsbüro.
Dennoch setzte sein 1. FC Nürnberg zum Rückrundenstart in der 2. Fußball-Bundesliga ein dickes Ausrufezeichen. Angeführt von Startelfdebütant und gleich Doppeltorschütze Scobel belohnten sich die Franken beim furiosen 3:2 (0:1) für eine starke Leistung. Ein «Riesenkompliment an meine Mannschaft» verteilte Klose vor allem wegen einer bärenstarken ersten Halbzeit.
Scobels «Achterbahn der Gefühle»
Ein Sonderlob gab es dann für den 20-Jährigen Scobel. «Piet hat ein fantastisches Spiel gemacht», lobte der ehemalige Weltklassestürmer Klose die Neuentdeckung der Franken, die zuletzt mit zwei Toren im Härtetest gegen den Schweizer Erstligisten Grasshopper Zürich (7:1) auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Julian Justvan (56. Minute) und Matchwinner Scobel (71., 90.+3) waren für spielbestimmende Nürnberger erfolgreich. «Das war eine Achterbahn der Gefühle», sagte Scobel, der im Januar 2025 vom Eimsbütteler TV aus der Oberliga Hamburg nach Franken gewechselt war, über die wilde Schlussphase mit gehaltenem Elfmeter und eigenem Siegtreffer. «Ich freue mich, dass es gereicht hat, dass wir gewonnen haben.»
Tom Zimmerschied (39.) und Jarzinho Malanga (65.) brachten die lange schnörkellos auftretenden Elversberger zumindest ganz nah an den Auswärtssieg. Beide Treffer der Gäste vor 25.369 Zuschauern bereitete Lasse Günther dynamisch über die linke Seite vor.
In einer hektischen Schlussphase musste Klose mit Gelb-Rot (84.) wegen wiederholter Beschwerden vom Platz. Schlussmann Jan Reichert bewahrte den 1. FC Nürnberg mit einem gehaltenen Foulelfmeter von Otto Stange (85.) vor der möglichen Niederlage, ehe Scobel zuschlug.
Immer wieder Youngster Scobel
Kloses Mannschaft hätte eigentlich mit einer Führung in die Halbzeit gehen müssen. Alleine Youngster Scobel, der für den erkrankten Adriano Grimaldi im Sturm auflief, ließ anfangs noch beste Chancen liegen. Dafür war der 20-Jährige aus dem eigenen Nachwuchs immer anspielbar, rackerte und positionierte sich geschickt.
Nürnbergs Justvan (19.) scheiterte wiederum mit einem linken Hammer an der Latte. Ein Ballverlust von Rafael Lubach sorgte für den Rückstand der tonangebenden Franken durch Zimmerschied, der mit seinem Treffer den Spielverlauf auf den Kopf stellte.
Nach dem Wechsel ließen Justvan und endlich Scobel, der nach einem Pfostenschuss von Lubach abstaubte, die Club-Fans jubeln. Nürnbergs Torwart Reichert (76.) bügelte einen eigenen Aussetzer gegen den einschussbereiten Malanga aus, ehe es in der Schlussphase noch einmal richtig wild wurde. Am Ende jubelte sogar der Club.
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