Männer, die versuchen, sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen und die hakeln, bis die Finger bluten. Zum 70. Mal tragen die bayerischen Fingerhakler ihre Meisterschaft aus. In einer Eishalle im oberbayerischen Mittenwald versuchen sie, sich gegenseitig mit nur einem Finger über den Tisch zu ziehen. Es gibt Würstchen und Bier, Blasmusik spielt, kaum jemand ist ohne Tracht da, von den Zuschauern nicht und von den Teilnehmern erst recht nicht.
Die Gewinner heißen hier Foos Franz, Fischer Korbinian, Sturm Gerhard oder Sturm Andreas - die Nachnamen immer zuerst, wie man das oft so sagt auf dem Land in Oberbayern. Bevor es losgeht, ziehen die Kontrahenten sich in eine ruhigere Ecke der Halle zurück, stemmen Gewichte mit einem Finger und reiben sich die Hände mit Magnesium ein, damit sie nicht schwitzen und im Zweifel abrutschen, wenn es ernst wird. Überall in der Halle werden bei denen, die ihren Wettkampf schon hinter sich haben, blutende Finger verarztet.
In insgesamt neun Klassen wird die Meisterschaft ausgefochten. Gekämpft wird im Leicht-, Mittel- und Schwergewicht sowie in verschiedenen Altersklassen - und es gibt regelrechte Fingerhakler-Dynastien.